Die starke Kundenauthentifizierung (Strong Customer Authentication, SCA) ist Teil der Zahlungsrichtlinie PSD2, einer neuen EU-Richtlinie, um Betrugsfälle zu verringern und die Sicherheit von Online-Zahlungen zu erhöhen. Diese Bestimmung trat am 14. September 2019 in Europa in Kraft, jedoch gab es eine Umsetzungsphase. Seit dem 15. Januar 2021 gilt SCA für Einkäufe ab 250 EUR. Ab dem 15. Februar wird die Zwei-Faktor-Authentifizierung auch für Beträge ab 150 EUR notwendig und ab dem 15. März dann für Zahlungen über 30 EUR.

Wann wird die starke Kundenauthentifizierung notwendig?

Die starke Kundenauthentifizierung wird bei Online-Zahlungen innerhalb Europas, die vom Kunden initiiert wurden, erforderlich. Das bedeutet, dass die meisten Kartenzahlungen und alle Überweisungen SCA erfordern. Wiederkehrende Lastschriften gelten als „vom Händler initiiert“ und lösen deswegen keine starke Kundenauthentifizierung aus. Für Kartenzahlungen im Internet gelten diese Anforderungen für Umsätze, bei denen sich sowohl das Unternehmen als auch die Bank des Karteninhabers im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) befinden.

Was wird sich ändern?

Zurzeit ist 3D Secure die häufigste Methode, Kartenzahlungen im Internet zu autorisieren. Dieser Authentifizierungsstandard wird von den meisten europäischen Karten unterstützt. Mit 3D Secure wird ein zusätzlicher Schritt hinzugefügt, bei dem der Karteninhaber von seiner Bank aufgefordert wird, weitere Informationen anzugeben, um die Zahlung abzuschließen (z. B. einmaliger Code, der auf das Telefon geschickt wird, oder die Authentifizierung per Fingerabdruck in der mobilen Bank-App).

3D Secure 2 ist eine neue Version des Authentifizierungsprotokolls. Es bleibt weiterhin die Hauptmethode, um Kartenzahlungen im Internet zu authentifizieren und die neuen SCA-Anforderungen zu erfüllen. Mit dieser neuen Version wird die Nutzererfahrung verbessert.

Was heißt das für Buchungen bei Comtravo?

Für Kreditkartenkunden kann es durch diese Änderung möglicherweise zu Problemen kommen. Bei den neuen Prozessen ist beispielsweise eine TAN oder ein Fingerabdruck notwendig – wenn nun mit einer Firmenkreditkarte gebucht werden soll und der Kreditinhaber nicht der Bucher ist, kann die Zahlung möglicherweise nicht durchgeführt werden. Da es sich hierbei um eine EU-weite Richtlinie handelt, betrifft dies nicht nur Zahlungen bei Comtravo, sondern alle (Online-)Zahlungen mit Kreditkarte.

Welche Lösungen gibt es?

Um die Probleme für Kreditkartennutzer so gering wie möglich zu halten, bietet Comtravo folgende Optionen an:

1. Umstellung der Zahlungsmethode

Sie können die Zahlungsmethode Ihres Unternehmens ändern, z. B. auf Rechnung. Eine Zahlung per Rechnung ist nach bestandener Bonitätsprüfung möglich.

Falls Sie weiterhin mit Kreditkarte zahlen möchten, raten wir Ihnen, mit Ihrer Bank zu sprechen. Folgende Optionen sind möglich:

1. Whitelist

Wenn Sie auf jeden Fall bei der Zahlung per Kreditkarte bleiben möchten, dann fragen Sie bei Ihrer Bank nach, ob es eine Möglichkeit gibt, Comtravo auf eine Whitelist zu setzen. Mit einer Whitelist entfällt SCA bei diesen Anbietern. Sofern das bei der Bank möglich ist, rentiert sich das besonders für Anbieter, bei denen Sie häufig mit Kreditkarte zahlen.

2. Mehrere Kreditkarten

Eine andere Option könnte sein, dass Ihre Bank mehrere Kreditkarten auf die Namen der einzelnen Mitarbeiter erstellt. Diese würden dann an das Firmenkonto geknüpft sein und jeder Reisende kann die TAN selbst verwalten. Auch für diese Option raten wir Ihnen zu einem Gespräch mit Ihrer Bank.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich gerne an Ihren Account Manager bei Comtravo oder direkt bei Ihrer Bank.

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