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Scope 3.4: Eingekaufte Logistikdienstleistungen
Scope 3.4: Eingekaufte Logistikdienstleistungen
Vor über einer Woche aktualisiert

Die Kategorie Eingekaufte Logistikdienstleistungen bezieht sich auf die Transport- und Vertriebsdienstleistungen Dritter, die vom berichtenden Unternehmen eingekauft werden, sowie auf Emissionen aus dem Transport und Vertrieb von Waren und der Lagerung von gekauften Produkten in Lagerhäusern, Vertriebszentren und Einzelhandelseinrichtungen. Dies beinhaltet:

  1. Emissionen aus dem Vertrieb und der Lagerung von Produkten, die zwischen den Tier-1-Zulieferern eines Unternehmens und den eigenen Betrieben ge- und verkauft und in Fahrzeugen transportiert werden, die nicht dem Unternehmen gehören oder von diesem betrieben werden;

  2. Transport- und Vertriebsdienstleistungen von Dritten, die vom berichtenden Unternehmen erworben werden.

Emissionen können durch die folgenden Transport- und Vertriebsaktivitäten in der gesamten Wertschöpfungskette entstehen: Luft, Schiene, Straße, See, Binnenschifffahrt sowie die Lagerung der gekauften Produkte in Lagerhäusern, Vertriebszentren und Einzelhandelseinrichtungen.

Übereinstimmung dieser Kategorie mit den Standards zur Kohlenstoffbilanzierung

Der GHG Protocol Corporate Standard ist ein international anerkannter Standard für die Schätzung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen von Unternehmen. Die THG-Emissionen werden in drei „Scopes“ kategorisiert.

Scope 3-Emissionen sind alle indirekten Emissionen (nicht in Scope 2 enthalten), die in der Wertschöpfungskette des berichtenden Unternehmens entstehen, also Emissionen, die mit den Aktivitäten des Unternehmens verbunden sind. Die Aktivitäten, die unter Scope-3-Emissionen fallen, sind vielfältig, lassen sich aber in zwei übergeordnete Kategorien einteilen:

  • Vorgelagerte Emissionen sind indirekte Emissionen im Zusammenhang mit gekauften oder erworbenen Waren und Dienstleistungen (alle Emissionen, die bis zum Eingang beim Unternehmen entstehen: Materialbeschaffung und Vorverarbeitung).

  • Nachgelagerte Emissionen sind indirekte Emissionen im Zusammenhang mit verkauften Waren und Dienstleistungen (alle Emissionen, die nach dem Verkauf durch das berichtende Unternehmen entstehen: Vertrieb, Lagerung, Verwendung, Ende der Lebensdauer).

Die Cozero-Kategorie Eingekaufte Logistikdienstleistungen ist eine vorgelagerte Quelle von Scope-3-Emissionen, wie im GHG-Protokoll definiert. Alle Methoden zur Berechnung entsprechen den Anforderungen für diesen Bereich der Emissionsbilanzierung.

Zusammenfassung der Berechnungsmethoden

Nachfolgend findest du die verschiedenen Methoden, die auf Cozero Log für die Berechnung von Scope-3-Emissionen aus eingekauften Logistikdienstleistungen zur Verfügung stehen. Die Methoden sind gemäß der Genauigkeit ihrer Berechnungen gelistet. Nutzer*innen sollten die Methode wählen, die für die zur Verfügung stehenden Daten, die jeweiligen Geschäftsziele und die Bedeutung der Emissionen am besten geeignet ist.

Methode Kraftstoff- und Stromverbrauch

Verfügbar für die folgenden Unterkategorien: Alle

Die Emissionen werden berechnet, indem Daten über die von der Logistikdienstleistung verbrauchte Kraftstoff- oder Strommenge erfasst und mit dem entsprechenden Emissionsfaktor multipliziert werden.

  • Aktivitätsdaten: Menge des von der Logistikdienstleistung verbrauchten Kraftstoffs oder Stroms (bei elektrischen Transportmitteln) in kWh pro Transportmittel und ausgewähltem Fahrzeug. Das Log ermöglicht die Umrechnung in andere Einheiten.

  • Emissionsfaktor: Das Log enthält Strom- und/oder Kraftstoff-Emissionsfaktoren, die mit den Aktivitätsdaten übereinstimmen (kgCO2e/kWh), aber Nutzer*innen können auch lieferantenspezifische Emissionsfaktoren eingeben.

Methode Masse und Entfernung der transportierten Güter (inkl. tkm)

Verfügbar für die folgenden Unterkategorien: Alle

Die Emissionen werden berechnet, indem Daten über die Gesamtentfernung der Güter und das Gewicht der während des Berichtszeitraums beförderten Güter erfasst und mit dem entsprechenden Emissionsfaktor für den Verkehrsträger und den Fahrzeugtyp multipliziert werden

  • Aktivitätsdaten: Zurückgelegte Gesamtstrecke in km und Gesamtgewicht in kg für alle Güter pro Transportmittel und ausgewähltem Fahrzeug. Cozero konvertiert die Aktivitätsdaten bei Bedarf in die entsprechende Einheit, um den Emissionsfaktor zu ermitteln. Auf demselben Ansatz basiert die tkm-Methode, allerdings müssen Nutzer*innen hierbei nur die Gesamttonnenkilometer eingeben, anstatt Gewicht und Entfernung getrennt zu erfassen.

  • Emissionsfaktor: Das Log enthält Standard-Emissionsfaktoren, die mit den Aktivitätsdaten übereinstimmen (kgCO2e/tkm), aber Nutzer*innen können auch lieferantenspezifische Emissionsfaktoren eingeben.

Methode Masse und Entfernung der beförderten Güter (Start/Ziel)

Verfügbar für die folgenden Unterkategorien: Straßenlogistik, Luftfracht

Ähnlich wie oben werden die Emissionen berechnet, indem Daten über die von den Gütern zurückgelegte Gesamtstrecke und das Gewicht der während des Berichtszeitraums beförderten Güter erfasst und dann mit dem entsprechenden Emissionsfaktor für den Verkehrsträger und den Fahrzeugtyp multipliziert werden.

  • Aktivitätsdaten: Wenn die Gesamtentfernung nicht bekannt ist, müssen Nutzer*innen lediglich den Start- und Zielort der Aktivität sowie das Gesamtgewicht in kg für alle Güter pro Transportmittel und ausgewähltem Fahrzeug eingeben, um die zurückgelegte Strecke zu berechnen. Cozero konvertiert die Aktivitätsdaten, falls erforderlich, in die entsprechende Einheit, um den Emissionsfaktor zu ermitteln.

  • Emissionsfaktor: Das Log enthält Standard-Emissionsfaktoren, die mit den Aktivitätsdaten übereinstimmen (kgCO2e/tkm), aber Nutzer*innen können auch lieferantenspezifische Emissionsfaktoren eingeben.

Methode zurückgelegte Strecke (inkl. Start-/Ziel-Methode)

Verfügbar für die folgenden Unterkategorien: Straßenlogistik

Die Emissionen werden berechnet, indem die Gesamtstrecke, die das Logistikfahrzeug während des Berichtszeitraums zurückgelegt hat, erfasst und mit dem entsprechenden Emissionsfaktor für den jeweiligen Verkehrsträger und Fahrzeugtyp multipliziert wird.

  • Aktivitätsdaten: Gesamtstrecke in km für Fahrzeuge pro Transportmittel. Wenn diese Daten nicht in km angegeben sind, kann das Log sie auch umrechnen. Ist die Gesamtstrecke nicht bekannt, bietet die Start-/Ziel-Methode den Nutzer*innen die Möglichkeit, einfach den Start- und Zielort einzugeben und die Gesamtstrecke automatisch berechnen zu lassen.

  • Emissionsfaktor: Das Log enthält Standard-Emissionsfaktoren, die mit den Aktivitätsdaten übereinstimmen (kgCO2e/Fahrzeug-km), aber Nutzer*innen können auch lieferantenspezifische Emissionsfaktoren eingeben.

Direkte Eingabe der Emissionen

Nutzer*innen können die Menge der Emissionen in CO2e direkt in das Log eingeben, vorausgesetzt sie haben sich von der Genauigkeit der für diese Schätzung verwendeten Daten überzeugt.

Methode Ausgaben

Die Emissionen werden geschätzt, indem Daten über den wirtschaftlichen Wert der eingekauften Logistikdienstleistung erfasst und mit dem entsprechenden Emissionsfaktor multipliziert werden.

  • Aktivitätsdaten: Betrag, der für die im Berichtszeitraum eingekauften Logistikdienstleistungen ausgegeben wurde. Nutzer*innen können eine der verfügbaren Währungen aus dem Dropdown-Menü auswählen.

  • Emissionsfaktor: Das Log enthält einen Emissionsfaktor für die Logistikdienstleistung pro Einheit des wirtschaftlichen Wertes (kgCO2e/$). Cozero rechnet die Eingabewährung in die für den Emissionsfaktor relevante Währung um.

Wie kann ich Emissionen auf Cozero melden?

  • Schritt 1: Wähle das Log Eingekaufte Dienstleistungen.

  • Schritt 2: Wähle die Unterkategorie Transportmittel, über die du berichten möchtest (z. B. Schiene, Straße, Schiff, Bus usw.).

  • Schritt 3: Wähle die Methode der Emissionsberechnung.

  • Schritt 4: Wähle die Aktivitätsdatenquelle (z. B. Fahrzeugtyp oder Art des verbrauchten Kraftstoffs)

  • Schritt 5: Gib die relevanten Aktivitätsdaten ein und wähle die richtigen Einheiten aus der Dropdown-Liste.

  • Schritt 6: (Falls verfügbar, ändere den Emissionsfaktor in deinen eigenen lieferantenspezifischen Emissionsfaktor)

Das Log berechnet automatisch die Emissionen für die eingegebenen Aktivitätsdaten des ausgewählten Transportmittels.

Emissionen der Logistikstandorte

Methode Kraftstoff- und Stromverbrauch

Die Emissionen werden berechnet, indem Daten über die am Logistikstandort verbrauchte Strom- oder Kraftstoffmenge erfasst und mit dem entsprechenden Emissionsfaktor multipliziert werden.

  • Aktivitätsdaten: Menge des von den Logistikstandorten verbrauchten Stroms oder Kraftstoffs in kWh, ggf. Stromquelle und Land, in dem sich der Standort befindet. Das Log ermöglicht die Umrechnung in andere Einheiten.

  • Emissionsfaktor: Das Log enthält Standard-Emissionsfaktoren für Strom oder Kraftstoffe, die mit den Aktivitätsdaten übereinstimmen (kgCO2e/kWh), aber Nutzer*innen können auch lieferantenspezifische Emissionsfaktoren eingeben.

Methode Größe der gelagerten Güter

Die Emissionen werden berechnet, indem Daten über die Größe der gelagerten Güter und die Art des Logistiklagers erfasst und mit dem entsprechenden Emissionsfaktor multipliziert werden.

  • Aktivitätsdaten: Art und Größe der Lagerung in m2 oder m3

  • Emissionsfaktor: Das Log enthält Standard-Emissionsfaktoren für die Lagerung, die mit den Aktivitätsdaten übereinstimmen (kgCO2e/m2); wenn du die Daten in m3 eingibst, werden sie auf Grundlage einer angenommenen Lagerhöhe von 10m in m2 umgerechnet. Nutzer*innen können auch lieferantenspezifische Emissionsfaktoren eingeben.

Methode Tonnen von Gütern, die über eine Logistikdienstleistung versandt wurden

Die Emissionen werden berechnet, indem Daten über das Gewicht der gelagerten Güter und die Art des Logistiklagers erfasst und mit dem entsprechenden Emissionsfaktor multipliziert werden.

  • Aktivitätsdaten: Gewicht der versendeten Güter und Art der Lagerung

  • Emissionsfaktor: Das Log enthält Standard-Emissionsfaktoren für die Lagerung, die mit den Aktivitätsdaten übereinstimmen (kgCO2e/Tonne), aber Nutzer*innen können auch lieferantenspezifische Emissionsfaktoren eingeben.

Direkte Eingabe der Emissionen

Nutzer*innen können die Menge der Emissionen in CO2e direkt in das Log eingeben, vorausgesetzt sie haben sich von der Genauigkeit der für diese Schätzung verwendeten Daten überzeugt.

Wie kann ich Emissionen auf Cozero melden?

  • Schritt 1: Wähle das Log Eingekaufte Dienstleistungen.

  • Schritt 2: Wähle die Unterkategorie Logistikstandort.

  • Schritt 3: Wähle die Methode der Emissionsberechnung.

  • Schritt 4: Wähle die Aktivitätsdatenquelle (z. B. Art des Standorts oder Art des verbrauchten Kraftstoffs).

  • Schritt 5: Gib die relevanten Aktivitätsdaten ein und wähle ggf. die richtigen Einheiten aus der Dropdown-Liste.

  • Schritt 6: (Falls verfügbar, ändere den Emissionsfaktor in deinen eigenen lieferantenspezifischen Emissionsfaktor)

Das Log berechnet automatisch die Emissionen für die Logistikstandorte.

Wo kann ich Daten finden?

Aktivitätsdaten:

  • Unterlagen und Daten direkt vom Logistikanbieter

  • Interne Nachverfolgung von Sendungen und Entfernungen

  • Beschaffungsunterlagen

Lieferantenspezifische Emissionsfaktoren: Es ist möglich, die zur Berechnung der Emissionen verwendeten Emissionsfaktoren anzupassen. In den meisten Fällen ist dies empfehlenswert, wenn du Emissionsfaktoren direkt von deinen Lieferanten erhalten kannst.

Lieferantenspezifische Daten sind am genauesten, da sie sich auf die spezifische Aktivität beziehen, die das meldende Unternehmen eingekauft hat (z. B. Strom, Güter und Dienstleistungen usw.).

Nutzer*innen können einen Fragenkatalog an die betreffenden Lieferanten senden, in dem sie folgende Informationen anfordern:

  • Daten zu den THG-Emissionen während des gesamten Produktlebenszyklus (gemäß dem GHG Protocol Product Standard)

  • Beschreibung der zur Quantifizierung der Emissionen verwendeten Methoden und der verwendeten Datenquellen (z. B. Emissionsfaktoren)

  • Wurden die Daten gesichert oder geprüft und, falls ja, in welcher Art und Weise (geprüfte Daten sind zu bevorzugen)?

  • Verhältnis der für die Berechnung des Emissionsfaktors verwendeten Primär- und Sekundärdaten

Wenn möglich, sollten die vom Lieferanten gelieferten Daten dasselbe Zeitintervall abdecken wie in der Bilanzierung des Unternehmens.

Die Datenqualität ist ein iterativer Prozess, der mit der Zeit aufgebaut werden sollte. Es besteht daher keine Notwendigkeit, sofort über perfekte Daten zu verfügen. Weitere Informationen zur Datenerhebung findest du im Wiki zur Datenbeschaffung.

Weitere Informationen zur Berechnung der Emissionen findest du im Leitfaden zum GHG Protocol.

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