Es ist wichtig, zwischen Buchverlusten und realen Verlusten zu unterscheiden. Buchverluste sind erst dann reale Verluste, wenn Sie jetzt Ihre Anteile verkaufen würden und somit den Verlust verbuchen. Wenn Sie Ihre Anteile halten, werden diese langfristig wieder im Wert steigen und in einiger Zeit auch wieder im Plus sein. Jetzt zu verkaufen, kann unter Umständen also teurer werden, als die Zähne zusammenzubeißen und der eingeschlagenen Strategie treu zu bleiben.

Rational gesehen gibt es in fallenden Märkten nämlich nur zwei Gründe, aktiv zu werden und zu verkaufen:

  1. Das Geld wird kurzfristig benötigt

  2. Man zieht sich für immer aus dem Kapitalmarkt zurück

Zu 1.: Wir empfehlen unseren Kunden immer, Gelder, die kurzfristig (in den nächsten drei Jahren) benötigt werden, nicht am Kapitalmarkt in Wertpapiere zu investieren. Das Risiko, dass der benötigte Betrag nicht mehr zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird, ist bei so kurzen Zeiträumen zu groß.

Zu 2.: Wer sich weiterhin langfristig am Kapitalmarkt engagieren möchte, der darf sich von kurzfristigen Schwankungen nicht verschrecken lassen. Wer die Nerven nicht hat, auch solche Phasen zu überstehen, der wird langfristig am Kapitalmarkt nicht glücklich werden und eher Geld vernichten. Denn nur, wer in der Lage ist, die Schwankungen des Kapitalmarkts auszuhalten, wird langfristig auch mit hohen Renditen belohnt. Frei nach der Investoren-Legende Andre Kostolany: "An der Börse verdient man Schmerzensgeld."

Stattdessen bieten Martktturbulenzen für langfristige Anleger eher die Gelegenheit, relativ günstige Einstiegskurse zu nutzen und freie Gelder zu investieren.

Warum Disziplin für den Erfolg an der Börse so wichtig ist, erfahren Sie auch in unserem Booklet: "Börse und Disziplin"

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