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Warum finde ich beim Profilvertrieb so wenige Ansprechpartner?

Die häufigsten Ursachen für kurze Ansprechpartner-Listen im Profilvertrieb – von den beiden voreingestellten Filtern bis zu den Bewertungsspalten – und was dagegen hilft.

Verfasst von Lennart Mayer

Kurze Ansprechpartner-Listen im Profilvertrieb liegen fast nie am Kandidatenprofil, sondern an Filtern, die bereits gesetzt sind, bevor Sie das erste Mal etwas eingrenzen. Jede Suche startet mit zwei einschränkenden Voreinstellungen, dazu kommen eine Stadt je Suche und die selbst erzeugten Bewertungsspalten. Wenn Sie diese vier Stellen der Reihe nach durchgehen, wird die Liste in aller Regel deutlich größer.

„Unvollständige Unternehmen ausschließen" ist gesetzt

Die Filterleiste des Vakanzen-Explorers mit dem gesetzten Haekchen Unvollstaendige Unternehmen ausschliessen

  • Dieses Häkchen ist voreingestellt. Firmen mit lückenhaften Angaben tauchen dadurch gar nicht erst auf.

  • Abhilfe: Häkchen testweise entfernen und schauen, wie viele Treffer dazukommen. Die Datensätze sind dann teilweise dünner, aber oft trotzdem brauchbar.

Der Ort und Fachgebiet zusammen schränken stark ein

  • Je Suche lässt sich eine Stadt mit Umkreis angeben, zwischen 10 und 200 Kilometern, voreingestellt 50 Kilometer. Straßen- oder stadtteilgenau geht es nicht.

  • Abhilfe: Umkreis erhöhen oder die Ortseingrenzung ganz entfernen. Bei mobilen Kandidaten lohnt sich eine breite Suche mit Fokus auf Stellen, die ortsunabhängige Arbeit erlauben.

  • Faustregel aus der Praxis: Entweder eng regional oder eng fachlich — beides gleichzeitig macht den Pool zu klein.

Die KI-Spalten schränken zu stark ein

  • Zu jeder Suche werden bis zu fünf Bewertungsspalten angelegt, die jede Stelle prüfen — etwa auf passende Seniorität oder Branchenerfahrung — und danach filtern.

  • Jede zusätzliche Bedingung halbiert die Treffermenge oft. Mehrere Spalten zusammen können eine große Liste auf eine Handvoll zusammenschmelzen.

  • Abhilfe: Erst die Spaltenfilter lösen, statt die Suche neu zu bauen. Die Treffer sind noch da, sie werden nur ausgeblendet.

  • Umgekehrt gilt dasselbe: Wenn zu viele unpassende Stellen dabei sind (etwa Werkstudentenstellen bei einem erfahrenen Kandidaten), ist genau hier der Hebel — eine gezielte Spalte für Seniorität oder Branche sortiert sie aus, ebenso die Sperrliste für einzelne Firmen.

Was ohne Ihr Zutun herausfällt

  • Stellen von Firmen ohne auffindbares Firmenprofil werden vor der Personensuche aussortiert.

  • Mehrere Stellen derselben Firma zählen als eine Firma — 120 Vakanzen können also deutlich weniger Firmen bedeuten.

  • Eine gefundene Adresse muss zur Firmendomain passen und zustellbar sein. Wer weder Profil noch prüfbare Adresse hat, erscheint gar nicht.

  • Das lässt sich nicht abschalten und ist beabsichtigt: Es schützt Ihre Zustellbarkeit.

Ursachenforschung betrieben

  • Setzen Sie die Filter über Zurücksetzen zurück und schalten Sie danach einzeln wieder zu. Springt die Trefferzahl bei einem bestimmten Filter stark nach unten, haben Sie den Verursacher.

  • Vergleichen Sie die Zahl der Vakanzen mit der Zahl der Firmen: Liegen sie weit auseinander, sind viele Stellen von wenigen Firmen — dann bringt mehr Volumen nur ein größerer Umkreis, kein anderer Filter.

  • Vergleichen Sie die Zahl der Firmen mit der Zahl der Ansprechpartner: Liegt sie darunter, greifen die Regler „pro Firma" oder es fehlen prüfbare Adressen.

Wie groß eine Liste im Profilvertrieb sein muss

  • Ein festes Minimum gibt es nicht. Im Profilvertrieb reichen erfahrungsgemäß 20 bis 100 wirklich passende Kontakte, um Verkaufschancen zu erzeugen; die meisten Kampagnen liegen bei 40 bis 150 Vakanzen.

  • Eine allgemeine Vakanzen-Kampagne braucht dagegen deutlich mehr Volumen, um verlässlich Antworten zu liefern.

  • Das Profil ist der Türöffner für ein Gespräch, nicht der Nachweis einer exakten Passung. Eine etwas breiter gefasste Suche mit einer offener formulierten Kandidatenbeschreibung bringt daher meist mehr Gespräche als eine sehr enge.

  • Bleibt eine Liste trotz allem klein und sehr spezifisch, ist die persönliche Ansprache über ein berufliches Netzwerk oft der bessere Weg als E-Mail-Volumen.

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