Unsere Empfehlung: Machen Sie den Profilvertrieb (Sie bieten ein konkretes Kandidatenprofil an) zu Ihrem Hauptweg, nutzen Sie E-Mail als Volumenkanal und LinkedIn als Verstärker für Ihre wichtigsten Zielfirmen. Klassischer Vakanzen-Outreach – also das Anbieten Ihrer Dienstleistung zu einer offenen Stelle – bleibt sinnvoll, liefert aber pro Nachricht deutlich weniger Verkaufschancen.
Warum Profilvertrieb besser läuft
Über alle Vakanzio-Kampagnen hinweg liegt die Gesamt-Antwortrate bei etwa 3–6 %.
Profilvertrieb erzielt nach unseren Daten rund doppelt so viele positive Antworten wie klassischer Vakanzen-Outreach.
Der Grund ist inhaltlich, nicht technisch: Ein konkretes Profil ist ein Angebot, über das der Empfänger sofort entscheiden kann. „Wir unterstützen Sie bei der Besetzung“ ist ein Gesprächsangebot, das er auf später schieben kann.
Ein Profil trifft außerdem auch dann, wenn gerade keine Stelle ausgeschrieben ist – gute Leute nimmt man mit.
Rechnen Sie in Verkaufschancen, nicht in Nachrichten: Als Richtwert für einen gut laufenden Account gelten rund drei positive Antworten pro Woche.
E-Mail oder LinkedIn: Wirkung pro Nachricht gegen Volumen
Pro Nachricht ist LinkedIn klar stärker: Eine LinkedIn-Nachricht bringt im Schnitt etwa fünfmal so viele Antworten wie eine E-Mail; die Antwortrate liegt bei unseren Kunden bei rund 7–8 %. Von den Kontaktanfragen wird üblicherweise etwa jede dritte angenommen.
In der Summe gewinnt trotzdem meist E-Mail: LinkedIn begrenzt jedes Konto auf rund 20 Aktionen pro Tag – Kontaktanfragen, Nachrichten und InMails teilen sich dieses Budget. Ein E-Mail-Postfach schafft ein Vielfaches davon.
Praktisch heißt das: E-Mail bringt die Menge, LinkedIn die Trefferquote. Wer nur LinkedIn nutzt, hat eine schöne Rate auf einer zu kleinen Grundmenge.
So setzen Sie das um
Fangen Sie mit einem starken Profil an. Ein Kandidat, der wirklich verfügbar ist und ein klares Profil hat, trägt eine ganze Kampagne. Ohne verfügbaren Kandidaten bleibt nur der klassische Vakanzen-Outreach.
Schreiben Sie per E-Mail in die Breite. Dort holen Sie das Volumen, das Sie für belastbare Zahlen brauchen.
Heben Sie LinkedIn für die Firmen auf, die Ihnen am wichtigsten sind. Wegen des Tageslimits ist der Kanal eine knappe Ressource – setzen Sie ihn gezielt ein statt breit.
Planen Sie mindestens ein Follow-up ein. Auf die zweite Nachricht kommen fast so viele Antworten wie auf die erste; bei der dritten fällt die Quote um rund die Hälfte. Zwei bis drei Schritte sind der sinnvolle Rahmen.
Halten Sie die erste Nachricht schlank – wenige Links, keine Anhänge. Das schützt die Zustellbarkeit, also die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Mail im Posteingang landet.
Wann es anders sinnvoll ist
Sie haben gerade keinen passenden Kandidaten. Dann ist klassischer Vakanzen-Outreach der richtige Weg – mit der Erwartung, dass die Quote niedriger liegt.
Sehr enge oder sehr kleine Zielgruppen. Bei einer Handvoll relevanter Firmen bringt Volumen nichts. Hier ist LinkedIn der bessere Kanal, notfalls das Telefon.
Sensible oder stark regulierte Branchen. Wenn ein Kandidatenprofil nicht ohne Weiteres verschickt werden darf, bleibt die stellenbezogene Ansprache.
Ihr E-Mail-Konto ist neu. Solange ein Postfach aufgewärmt wird, ist das Volumen niedrig. In dieser Phase trägt LinkedIn mehr, als die Zahlen sonst nahelegen.
Womit Sie den Vergleich messen
Entscheiden Sie nicht nach Gefühl, sondern nach der positiven Antwortrate Ihrer eigenen Sequenzen (den festgelegten Abfolgen von Nachrichten). Antworten insgesamt können täuschen, wenn viele Absagen darunter sind.
Auf der Seite Sequenzen vergleichen Sie beide Ansätze direkt: die Kachel „Antwortrate“ mit dem Anteil positiver Antworten, die Kachel „Aufwand / pos. Antwort“ und die Spalte „Antworten“ je Sequenz.
Stellen Sie dabei für beide denselben Zeitraum ein und geben Sie jedem Ansatz genug Volumen, bevor Sie ihn beurteilen.
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