Dieser Artikel zeigt, wie du Exchange-native Trading-Bot-Daten (von Pionex, BingX und anderen) in Blockpit importierst: Bot-Produkte, die direkt von einer Exchange angeboten und dort ausgeführt werden (z. B. Grid Bots, DCA Bots, Futures Bots). Externe Drittanbieter-Bots, die per API mit einer Exchange verbunden sind, behandelt er nicht. Deren Trades sind häufig schon im normalen API- oder CSV-Import enthalten.
Auf einen Blick
👁️ Bots sehen im Interface ähnlich aus, erzeugen im Hintergrund aber unterschiedliche Daten: normale Spot-Käufe und -Verkäufe, geliehenes Kapital (Spot Margin) oder Futures/Perpetuals/Optionen mit realisierten Gewinnen/Verlusten sowie Funding- und Gebühren-Einträgen. Erkenne zuerst den Bot-Typ, dann wählst du Import und Labels. Das gilt auch, wenn die Exchange nur ein finales Ergebnis zeigt.
Bot-Typ | So erkennst du ihn | Blockpit-Labels |
Spot (Grid, DCA, Rebalancing) | Der Export sieht aus wie normale Buy-/Sell-Transaktionen inklusive Gebühren | |
Spot Margin | Spot-Trades plus Borrow-Events, Repay-Events und ggf. Zinsen | |
Futures, Perpetual, Optionen | Die Exchange zeigt Realized PnL, Funding Fees, Positionsgröße oder Liquidationspreis statt einzelner Buy-/Sell-Transaktionen |
Schritt 1: Bot-Typ erkennen
Bevor du importierst, klärst du, welche Art von Bot lief:
Entscheidend ist:
Was handelt der Bot im Hintergrund?
Welche Daten stellt die Exchange zur Verfügung (API, CSV/Excel-Export oder nur UI-Ergebnisse)?
Handelt es sich um Spot, Margin oder Derivate?
Sobald du diese Struktur kennst, wird der Import deutlich einfacher.
Spot-Trading-Bots
Spot-Bots führen reguläre Kauf- und Verkaufsorders am Spot-Markt aus. Steuerlich entstehen normale Spot-Transaktionen: Du erfasst sie als Trade. Enthält dein Export die vollständige Trade-Historie per API oder CSV, importierst du ihn wie jede andere Exchange-Aktivität. Eine separate PnL-Berechnung brauchst du nicht, weil die Spot-Besteuerung auf einzelnen Kauf- und Verkaufsereignissen basiert.
💡 Tipp: Wenn der Export wie normale Buy-/Sell-Transaktionen inklusive Gebühren aussieht, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um Spot Market Handel.
Spot-Margin-Bots
Spot-Margin-Bots kombinieren Spot-Trades mit geliehenem Kapital (Spot-Käufe und -Verkäufe, Borrow-Events, Repay-Events, ggf. Zinsen). Du bildest das in Blockpit mit Trade, Kreditaufnahme (Receive Loan) und Kreditrückzahlung (Repay Loan) ab. Derivate-Labels brauchst du für Margin-Trading nicht. Fehlende Kredit-Einträge sind jedoch eine der häufigsten Ursachen für eine abweichende Balance (Assetmenge).
⚠️ Achtung: Wenn nach dem Import negative Bestände erscheinen, dann prüfe zuerst, ob alle Borrow- und Repay-Transaktionen enthalten sind.
Futures-, Perpetual- oder Options-Bots
Derivate-Bots handeln Kontrakte statt Spot-Assets. Typische Elemente im Interface sind Realized PnL, Funding Fees, Positionsgröße und Liquidationspreis. Die steuerliche Bewertung basiert auf dem realisierten Gewinn oder Verlust: Derivate-Gewinn, Derivate-Verlust und Derivate-Gebühr. Alleinige Spot-Trade-Einträge reichen hier nicht aus.
💡 Tipp: Wenn die Exchange Funding-Zahlungen oder positionsbasierte PnL-Daten anzeigt statt einzelner Buy-/Sell-Transaktionen, dann handelt es sich um Derivate.
Schritt 2: Import per API oder CSV (empfohlen)
Wann immer möglich, nutze API oder offizielle CSV-Exporte:
Spot-Bots: Trade-Historie
Margin-Bots: Trade-Historie und Margin-Ledger (Borrow/Repay)
Derivate-Bots: realisierte PnL-Daten sowie Funding-/Gebühren-Historie
Manche Exchanges teilen die Daten auf mehrere Exporte auf oder stellen sie über einen Sub-Account-API-Key bereit, zum Beispiel Trade-Historie, Income-Historie, Funding-Historie und Margin-Ledger. Berücksichtige alle relevanten Dateien. Enthalten die Daten bereits alle zugrunde liegenden Transaktionen, lädst du sie direkt hoch oder migrierst sie in die Blockpit Excel Vorlage.
Schritt 3: Manueller Import mit der Blockpit Excel-Vorlage
Falls kein geeigneter Export verfügbar ist, überträgst du deine Daten manuell in die offizielle Blockpit Excel-Vorlage. Berücksichtige in allen Fällen die Gebühren.
Bot-Typ | Das erfasst du | Label |
Spot-Bots | jede Kauf- und Verkaufsorder einzeln | |
Spot-Margin-Bots | geliehener Betrag | |
Spot-Margin-Bots | Rückzahlung | |
Spot-Margin-Bots | Trades | |
Derivate-Bots | positives realisiertes Ergebnis | |
Derivate-Bots | negatives realisiertes Ergebnis | |
Derivate-Bots | Funding- und Trading-Kosten |
Spot-Bots (manuell)
Erfasse jede Kauf- und Verkaufsorder einzeln als Trade und berücksichtige die Gebühren.
Spot-Margin-Bots (manuell)
Erforderlich sind der geliehene Betrag (Kreditaufnahme), die Rückzahlung (Kreditrückzahlung) und die Trades (Trade). Fehlende Loan-Einträge führen in der Regel zu abweichender Balance (Assetmenge).
Derivate-Bots (manuell)
Erfasse das positive realisierte Ergebnis als Derivate-Gewinn, das negative als Derivate-Verlust und Funding- sowie Trading-Kosten als Derivate-Gebühr.
⚠️ Achtung: Exchanges berechnen PnL unterschiedlich. Realisierte PnL-Werte können bereits Teilgewinnmitnahmen, Positionsaufstockungen, mehrere Teil-Schließungen, Funding Fees und Trading Fees enthalten. Prüfe immer, ob Funding und Gebühren schon im PnL-Wert berücksichtigt sind, damit du sie nicht doppelt erfasst.
Sonderfall: Nur finales Bot-Ergebnis im Interface sichtbar
Manche Exchanges stellen keine detaillierte Transaktionshistorie bereit, sondern zeigen nur ein finales Strategie-Ergebnis (z. B. Total Profit oder Net PnL) im Dashboard. Dann kannst du das Ergebnis abstrahiert in Blockpit erfassen:
positives Ergebnis →
Derivate-Gewinnnegatives Ergebnis →
Derivate-Verlustseparat ausgewiesene Funding- oder Gebühreneinträge →
Derivate-Gebühr
Meist ist es sinnvoll, das Ergebnis dem Steuerjahr zuzuordnen, in dem der Bot geschlossen und der Gewinn oder Verlust realisiert wurde.
💡 Tipp: Wenn detaillierte Transaktionsdaten verfügbar sind, dann bevorzuge immer diese Variante.
Wenn die Asset Balance nicht übereinstimmt
Abweichungen der Balance (Assetmenge) entstehen häufig durch unvollständige Exporte:
fehlende
Kreditaufnahme- undKreditrückzahlung-Einträge (Receive Loan / Repay Loan)fehlende Funding Fees
begrenzte Exportzeiträume
nicht berücksichtigte Bot-Subaccounts
fehlende historische Anfangsbestände
Blockpit bietet die Auto-Korrektur (englisch Auto-Balancing), die Ausgleichstransaktionen erzeugen kann, wenn historische Daten fehlen. Prüfe diese Transaktionen sorgfältig und passe sie gegebenenfalls an (z. B. Relabeling als nicht steuerpflichtige Einzahlung bei fehlendem Startbestand).
In vielen Fällen führt das manuelle Ergänzen fehlender Historien (Loans, Funding, Transfers) zum genauesten und revisionssichersten Ergebnis.
Checkliste vor Abschluss
Bot-Typ korrekt identifiziert (Spot, Margin oder Derivate)
Richtige Labels verwendet:
Trade,Kreditaufnahme,Kreditrückzahlung,Derivate-Gewinn,Derivate-Verlust,Derivate-GebührFunding und Gebühren nicht doppelt erfasst
Nur realisierte Ergebnisse importiert
Keine unerklärten negativen Bestände im Portfolio
⚠️ Typische Fehler
✗ Bot-Typ nicht geprüft und alles als Spot importiert → bei Derivate-Bots reichen Spot-Trades nicht aus
✗ Borrow- oder Repay-Einträge vergessen → häufige Ursache für Abweichende Balance und negative Bestände
✗ Funding und Gebühren doppelt erfasst → sie sind oft schon im realisierten PnL-Wert enthalten
