Eine gute Vertriebs-Stellenanzeige ist kein Marketingtext und keine Imagebroschüre. Sie ist ein Angebot. Und genau so wird sie von Vertrieblern gelesen. Innerhalb weniger Sekunden entscheiden sie, ob ein Job interessant ist oder nicht. Dabei geht es weniger um schöne Formulierungen, sondern um Klarheit, Substanz und Realismus.
Viele Stellenanzeigen im Vertrieb scheitern nicht an der Plattform, sondern an unklaren Aussagen. Wenn nicht deutlich wird, was verkauft wird, wie Geld verdient wird und welche Rolle gesucht ist, ziehen Anzeigen automatisch die falschen Bewerber an. Eine performante Stellenanzeige sorgt dafür, dass sich weniger, aber passendere Vertriebler melden.
1. Klarheit über Rolle und Vertriebsmodell
Der erste und wichtigste Punkt ist die klare Definition der Rolle. Vertrieb ist nicht gleich Vertrieb. Ob Opener, Setter, Closer oder Full-Cycle – jede Rolle hat andere Aufgaben, Anforderungen und Erwartungen. Diese Unterschiede müssen direkt aus der Anzeige hervorgehen.
Eine gute Stellenanzeige beantwortet früh:
Welche Rolle wird gesucht?
In welchem Teil des Vertriebsprozesses arbeitet die Person?
Mit welchen Leads wird gearbeitet (kalt, warm, vorqualifiziert)?
Unklare Rollenbeschreibungen führen fast immer zu Missverständnissen im späteren Gespräch.
2. Transparenz bei Vergütung und Dealgröße
Vergütung ist für Vertriebler einer der wichtigsten Entscheidungsfaktoren. Anzeigen, die hier vage bleiben, wirken schnell unseriös oder unattraktiv. Gleichzeitig müssen Zahlen realistisch bleiben. Überzogene Versprechen schaden langfristig mehr, als sie kurzfristig helfen.
Eine performante Anzeige zeigt:
Wie sich das Einkommen zusammensetzt
Welche Provisionen pro Abschluss oder Termin realistisch sind
Welche Abschlussquoten oder Dealgrößen üblich sind
Dabei geht es nicht um Garantien, sondern um Orientierung. Gute Vertriebler schätzen Ehrlichkeit mehr als geschönte Zahlen.
3. Aufgaben klar und konkret beschreiben
Stellenanzeigen mit allgemeinen Aussagen wie „Vertrieb auf Augenhöhe“ oder „eigenverantwortliches Arbeiten“ sagen wenig aus. Besser ist es, die tatsächlichen Aufgaben klar zu benennen.
Zum Beispiel:
Erstansprache von Leads
Qualifizierung und Terminvereinbarung
Durchführung von Abschlussgesprächen
Pflege des CRM
Zusammenarbeit mit anderen Rollen im Sales-Team
Je konkreter dieser Teil ist, desto besser können Bewerber einschätzen, ob die Rolle zu ihnen passt.
4. Anforderungen realistisch halten
Viele Anzeigen scheitern daran, dass sie entweder zu hohe oder zu unscharfe Anforderungen stellen. Zehn Jahre Vertriebserfahrung sind selten notwendig, um in einem gut strukturierten Setup erfolgreich zu sein. Gleichzeitig sollten Mindestanforderungen klar benannt werden.
Wichtiger als formale Abschlüsse sind oft:
Kommunikationsstärke
Zuverlässigkeit
Zielorientiertes Arbeiten
Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen
Je ehrlicher dieser Teil formuliert ist, desto besser ist die Passung der Bewerbungen.
5. Vorteile und Rahmenbedingungen sinnvoll darstellen
Auch Vertriebler vergleichen Angebote. Dabei spielen nicht nur Vergütung, sondern auch Rahmenbedingungen eine Rolle. Dazu gehören zum Beispiel:
Remote-Arbeit
Strukturierte Prozesse
Coaching oder Einarbeitung
Aufstiegsmöglichkeiten
Qualität der Leads
Dieser Abschnitt sollte sachlich bleiben und nicht überladen wirken. Weniger Vorteile, klar benannt, sind oft überzeugender als lange Listen ohne Substanz.
